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Zärtlichkeiten im Ohr

Zärtlichkeiten im Ohr

„So geht sächsisch.“ startet neuen Podcast

Dieser Titel macht neugierig: „Zärtlichkeiten im Ohr“ heißt der neue Podcast von „So geht sächsisch.“ Mit Samthandschuhen angefasst wird aber hier niemand. Im Gegenteil: Der Humor der beiden Gastgeber Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch, besser bekannt als die Band „Zärtlichkeiten mit Freunden“, rangiert irgendwo zwischen bodenständig und feinsinnig, immer aber authentisch. Bisweilen kann er aber auch recht derb sein. Kostprobe gefällig? Die erste Folge ist im Kasten – hört gern rein. Und für alle, die die Riesaer Kult-Komiker noch nicht kennen: Wir haben mit ihnen gesprochen, über ihre Motivation für diesen Podcast, über ihr Verhältnis zu Sachsen und das typisch Sächsische, wenn es das überhaupt gibt.

Ines, Cordula: Ihr bezeichnet Euch selbst als „Zuzweitunterhalter“ und das, was Ihr tut, als „Musik-Kasperett“. Was genau verbirgt sich dahinter?

 

I: Unser Lebensziel war es, in irgendeinem Genre Spitzenreiter zu sein, deshalb haben wir uns entschieden, unser eigenes Genre zu erschaffen: Musik-Kasperett.

 

C: Der Neologismus „Kasperett“ ist ein Kompositum aus dem Andronym „Kasper“ und dem aus dem Französischen entlehnten Diminutiv „ett“. Und „Zuzweitunterhalter“ ist eigentlich klar.

 

Ihr seid Musiker, Comedians, Schauspieler, Regisseure… Nun der erste Podcast. Wenn es nicht der gute Geschmack ist: Wo sind Eure Grenzen?

 

C: Unsere Grenzlinie verläuft folgendermaßen: Oybin – Zirkelstein – Geising – Fichtelberg –  Kapellenberg – Kemmler – dann Glauchau, die Ecke – Kiessandtagebau Benndorf – Pfarramt Dommitzsch – Kraußnitz – südlicher Teil der Oder-Neiße-Friedensgrenze.

 

I: Wir sind aber offen für Veränderungen.

 

Seit über 20 Jahren steht ihr auf Kleinstkunstbühnen im ganzen Land, habt zahlreiche Kabarett- und Comedy-Preise abgeräumt und sogar eine Nominierung für den Grimme-Preis erhalten. In welcher Mission? Als Botschafter für den sächsischen Dialekt?

 

C: Ja, das kann sein.

 

I: Wir waren für den Grimme-Preis nominiert?

 

C: Na klar.

 

Muss man den sächsischen Dialekt mögen, um die „Zärtlichkeiten mit Freunden“ zu mögen?

 

I: Das Mögen des sächsischen Dialekts spielt eine untergeordnete Rolle, denken wir. Leute, die Wert auf gute Musik legen, haben eher Probleme mit uns.

 

Was bedeutet für Euch eigentlich „typisch Sächsisch.“?

 

C: Beim Dixieland-Hören eine schöne Eierschecke zu essen.

 

Und wer kam nun auf die Idee, einen eigenen Podcast zu starten, gemeinsam mit „So geht sächsisch.“?

 

C: Wir haben schön in der Stube gesessen, Dixieland gehört und Eierschecke gegessen, da klingelte das Telefon. Frau Huhnfeld-Merbitzsch - oder so ähnlich - rief an und fragte, ob wir einen  Podcast für „So geht sächsisch.“ machen wollen. Wahrscheinlich hatte sie die Idee.

 

Seit vielen Jahren seid Ihr mit Eurer Sendung „Zärtlichkeiten im Bus“ erfolgreich, nehmt prominente Gäste mit auf Tour. Nun übertragt Ihr das Format auf die Audiospur, kann man das so sagen? Was genau erwartet die Zuhörer?

 

I: Ja, im Prinzip kann man das so sagen. Es gibt aber ein paar marginale Unterschiede. Es fährt kein Busfahrer mit, weil wir ja auch keinen Bus haben, sondern einen dunklen Keller in der Burg Stolpen. Die Fahrgeräusche fallen dadurch auch bedeutend geringer aus.

 

C: Insgesamt lässt sich sagen, dass der Ton viel besser ist als in der Fernsehsendung. Allerdings fehlt das visuelle Erlebnis, was besonders in Sachen Ines Fleiwa sehr schade ist.

 

I: Es gibt auch weniger Musik. Das ist aber vielleicht besser so. Wir verstehen zwar unser Handwerk, können es aber nicht so gut umsetzen.

 

Das macht neugierig – dann habt erstmal vielen Dank für das Gespräch und nun viel Spaß beim Reinhören!

 

C: Herzlich gern.

I: Welches Gespräch?

C: Na das Interview eben.

I: Ach so, das. Ja gern. Auch von mir herzlichen Dank.

Zärtlichkeiten im Ohr

Der Podcast von Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch, live aufgenommen aus dem Keller der Burg Stolpen.

Jetzt reinhören!